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Dienstag, 28. Februar 2012

Stille


Im Moment beschleicht mich ein merkwürdiges Gefühl der Stille. Keine beruhigende Stille, sondern eher eine Melancholische. 
Für Februar ist es ungewöhlich mild draußen und wir hatten am Wochenende schon den herrlichsten Sonnenschein. Nur in mir bleibt es grau. Meine Gedanken beginnen Fragen zu wispern, die unbeantwortet verhallen. Der Sinn fließt mir aus den Händen. Die Stille lässt mich einsam fühlen in dieser lauten Stadt. Trotz meines vollen Alltags fühle ich mich Tatenlos.


Doch warum zusammenreißen. Warum liegen bleiben. Warum dem Alltag begegnen. Wenn doch der Sinn meinen Ansprüchen zu simpel ist?

Mittwoch, 18. Januar 2012

Planlos verplant

In der vergangenen Woche haben wir fleißig an unserem Sozialleben gearbeitet - das hat gut getan. Hört sich komisch an,  aber bei so wenig Freizeit, bleibt der Außenweltkontakt auf der Strecke. Ich hoffe wir können da irgendeine Art Regelmäßigkeit finden. Sohnemann hat auf jeden Fall schon die nächsten zwei Verabredungen: Geburtstagsparty einer neuen Freundin und Spieltreff mit einem Kindergartenkumpel.

Wie schaffen es nur Andere ihren Haushalt so vorbildlich zu führen? Ich schaffe es grob aufzuräumen, mich um die Wäsche zu kümmern, das Badezimmer zu putzen, Staubsaugen, kochen, einkaufen, ... aber wie machen alle Anderen das mit dem Fenster putzen, Schränke aufräumen (und auswischen) oder alte Sachen ausmisten?


Es häuft sich immer mehr KrimsKrams an, den ich am Liebsten in riesige Kartons werfen und unsichtbar machen würde. Da wünscht man sich doch Superkräfte: zb. in die Zukunft schauen, ob Sohnemann nochmal mit dem Playmobilmüllauto spielen wird, oder eben Sachen unsichtbar verzaubern wie alte Kalender in denen noch Notizen oder Geburtstage stehen (dann könnte man immer nachschauen, ohne dass man es wegräumen muss) oder Turbogeschwindigkeitsbooster - dann könnte ich in 1 Minute Dinge tun, die sonst 3 Stunden dauert, .... Ja Superheldin ist einer meiner geheimen Berufswünsche!
Da Superman mich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht rekrutieren wird, sollte ich das Problem an den Wurzeln packen und der Frage nachgehen: Wie kommen all die Sachen zu uns? Ich dachte immer ich würde mich ganz gut einschränken was unkoordinierten, exzessiven Konsum betrifft. Ab sofort werde ich also alles streng beäugen was ich so pro Woche, außer Lebensmittel, kaufe!

Gestern: Spültücher und Putzschwämme.
(nach ungezählten Waschgängen - jaaa ich wasche sogar Putzschwämme in der Waschmaschine - waren die alten einfach hinüber)

Dienstag, 10. Januar 2012

Kuriositäten


Nach meiner Samstagsbüroschicht, wollte ich gern am Sonntag etwas erleben und nicht den einzig freien Wochentag nur VERleben. Von Freunden erfuhren wir, dass im Dungeon Restaurant in HH eine Auktion plus Flohmarkt stattfinden sollte. Das war doch was! Wer will nicht einen abgehackten Arm oder ein Stück vom Thresen sein eigen nennen? 
Da wir unsere Nachbarn sehr mögen und sie oft einen ähnlich verschrobenen Geschmack haben wie wir, fragten wir kurzerhand ob sie mitkommen. Natürlich waren sie sofort dabei! Auf mein Locken "von Friteuse bis Sarg kann man dort alles kaufen!" kam die verwirrende Antwort :"Friteuse? Das ist ja merkwürdig!"


Nach einer sehr unterhaltsamen Fahrt, bekamen wir auch sofort in der Nähe des Dungeon einen Parkplatz. Doch dort angekommen kam es wie es kommen musste: Schlange stehen! Mein Mann wagte die Mission und beschaffte uns geheime Informationen die dafür sorgten, dass wir uns für einen Spaziergang durch die Speicherstadt entschieden. Leider war das Hamburger Wetter nicht so angetan von unserem Besuch und beglückte uns mit einem komischen Niesel-Sprüh-Regen-Wind Gemisch. Unsere Runde endete dann in einer Kaffeerösterei direkt neben dem Dungeon, so dass wir dann später noch kurz die Möglichkeit hatten hineinzuspähen. Wahrscheinlich hofften wir, doch noch eine Kleinigkeit als Andenken mitnehmen zu können. Waren jedoch sehr überrascht zu sehen, dass Bauarbeiten schon begonnen. Während Säge und Bohrer lärmten, knipste ich noch schnell wenige Fotos.


Heute ist mir etwas passiert, da musste selbst der Lütte laut lachen:
Wir kamen vom Kindergarten heim, ich stellte das Laufrad in den Hausflur, ging zum Briefkasten und suchte nach dem Schlüssel. Da brach ich in Panik aus! Oh mein Gott! Ich muss ihn im Büro vergessen haben! Dann wurde ich ärgerlich, denn mein Mann hat heute Bandprobe, dass heisst vor 22 Uhr kommt er nicht nach Hause. Was weiterhin heißt, dass ich mir Sohnemann schnappen und zum Büro fahren muss. Meine Laune war auf dem Tiefpunkt während ich dem Lütten erklärte, dass Schlüssel vergessen bedeutet, dass man sich von jemand anderem einen besorgen muss. Er im Gegenzug fing an Witze zu reißen und mich zu ärgern von wegen wir müssen im Hausflur schlafen. Ich rief erst einmal im Büro an und bat meinen Kollegen, nach dem Schlüssel zu schauen, er wollte mich dann nochmals zurück rufen. 


Während der Wartezeit ahnte ich, dass irgendetwas verkehrt war an meiner Schlüssel-weg-Panik. Ich dachte nun doch nach. Dann begann ich zu lachen. Wie kann ich denn in den Hausflur ohne Schlüssel gekommen sein? Zum aufschließen muss ich ihn also gehabt haben. Ich ging zur Haustür und ... da steckte er, noch von außen ..... oh mann!

Donnerstag, 5. Januar 2012

Neues Altes

Furchtbar, dass das neue Jahr genauso stressig beginnt, wie das Alte endete!
Im Büro gibt es immernoch ebenso viel Arbeit (und sogar noch mehr) was bedeutet, dass ich täglich Überstunden schiebe und auch wieder Samstags arbeiten werde um die Terminsachen zu schaffen. Klar bin ich stolz auf mein Pflichtgefühl, Verantwortungsbewusstsein, Fleiß, .... nur leider muss ich das Studium dafür weiterhin vor mir her schieben. Dienstag konnte ich eine ganze Stunde dafür aufbringen, in der ich erst einmal die alten Aufzeichnungen durchlas (und das noch nicht mal bis zum Schluss). Vielleicht schaffe ich es Sonntag nochmals 2 Stündchen zu studieren?

 
Aber es gibt auch hier Lichtblicke. Die Mehrbelastung wird sich über kurz oder lang legen, da ich Unterstützung und extra Büro bekomme (all die Akten müssen ja auch irgendwo Platz finden ;-) ).

Genug mit dem rumgejammer! Jawohl gejammert wird nun wirklich genug auf der Welt!
Heute habe ich mit unserem Sohn mal ein neues Selbermachknetrezept ausprobiert:
2 Tassen Vogelsand
1 Tasse Stärke
1 Tasse Wasser
Lebensmittelfarbe


Mangels Lebensmittelfarbe wurde die "Knete" Sandfarben.
Witzige Sache und interessante Erfahrung! Ersteinmal werden die Knetfiguren tatsächlich Sandfiguren.



Ich bin sehr gespannt, wie die Konsistenz ist, wenn sie komplett durchgetrocknet sind. An den Händen wurde es relativ schnell fest, so dass ich eine dünne "Schmirgelpapierschicht" auf den Handflächen hatte, die doch etwas stört, sich aber witzig anfühlt!
Nach so viel Konzentration hörten wir zum austoben und tanzen "Anne Kaffeekanne" und lachten um die Wette.

Freitag, 30. Dezember 2011

noch ein Tag

Dieses Jahr haben wir in kleinem Kreis Weihnachten bei uns gefeiert. Es gab Kaffee und Kuchen, danacht ein Verdauungsfussballspiel im Kinderzimmer, dann eine kleine Vorlesegeschichte und schon hämmerte es an der Tür. Dort stand der Sack vom WEihnachtsmann mit einem kurzen Brief, dass dieses Jahr ungewöhnlich viele Kinder brav waren und er daher leider keine Zeit für persönliche Besuche hatte! Ein Lied hat unser Lütter dennoch gesungen und dann mit Freudestrahlenden Augen die Massen an Geschenken ausgepackt!


Nun haben wir Weihnachten glücklich und entspannt verbracht und schon zieht das Jahr vorüber.
Zeit Bilanz zu ziehen. Doch muss man das? Deprimiert es nicht, wenn man sich wirklich ALLES vor Augen hält?
Ich schaue lieber nach vorn, als zurück und grübel über meine Organisation im nächsten Jahr. Neuer Haushaltsplan. Wiederaufnahme des Studiums (ja im lezten Monat habe ich dafür nix getan) und die Umsetzung meiner Idee. Ich bin sehr gespannt auf all das, was vor uns liegt!

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Plätzchen

In der Weihnachtsbäckerei, gibt’s so manche Kleckerei … grins.
Eine Freundin (+Mama) unseres Sohnes  kam vorbei um eine gemeinsame Weihnachtsaktion zu starten: Plätzchen backen!  Da wir ja gute, vorrausschauende, allseits vorbereitete Mamas sind, gab es gleich zweimal Mürbeteig und alle Variationen an Verzierungen: Schokoglasur, Liebesperlen in bunt, Herzchen, Zuckerschrifttuben, bunte Streusel, Miniperlchen, …


Bei den Mengen kam es wie es kommen musste: die Kiddies hatten riesigen Spaß aber nach einer halben Stunde keine Lust mehr, so dass die Mamas trotz Unlust bis zum bitteren Ende allein durchhielten.

Dienstag, 20. Dezember 2011

4. Advent

Die Tage flogen nur so an uns vorbei und schon verlebten wir den 4. und letzten Advent.
Unser Sohn war so geplättet vom Lübecker Weihnachtsmarkt, dass er  tatsächlich bis 9:00 schlief. Ich wälzte mich bereits seit 7:00 unruhig im Bett. Die letzten Wochen waren für uns alle sehr anstrengend, daher weigerte ich mich aufzustehen, kniff die Augen zusammen und versuchte zu schlafen. Klappte nicht. Ich döste aber zumindest ein wenig und konnte genießen einfach nichts zu tun, bis es Zeit fürs Frühstück wurde. 


Nachdem die Musikschularbeiten innerhalb von 10 Minuten erledigt waren, gingen mein Sohn und ich spazieren. Ein schöner Adventsspaziergang durch den Wald, wo wir am „Entengrützensee“ versuchten ohne Brotkrumen die Entchen zu uns zu locken, weiter zum Anlegesteg wo wir ganz gespannt die Angler beim Streiten beobachteten, und wieder zurück.


Ein wenig erfüllte dieser 4. Advent mich mit Wehmut, obwohl er doch aus Vorfreude bestehen sollte.
Die Vorweihnachtszeit habe ich nicht so genossen, wie ich gerne hätte (so geht es wohl den Meisten).  So oft musste ich meinen Sohn in letzter Minute vom Kindergarten abholen, statt die Zeit mit ihm zu genießen und tolle Bastelaktionen zu starten. Unsere Wohnung war noch nicht angefüllt von Weihnachtsmusik  und das Fernstudium musste ich ebenfalls auf Grund langer Arbeitstage und eingeschobener Samstagsarbeit zur Seite schieben.  Weit entfernt von perfekt.

Lübecker Weihnachtsmarkt

Der Lübecker Weihnachtsmarkt war in meiner Erinnerung ganz verblasst. Nur Lebkuchenherzen und ein paar Büdchen zum Punsch trinken. 

Sohnemann und ich fuhren mit dem Zug nach Lübeck, um uns dort mit dem Papa zu treffen. Das war super! Am Bahnhof durfte der Lütte sich (ja ich bin ne olle Verwöhnmama) etwas aus dem Zeitungsladen aussuchen. Das haben wir auf der Fahrt jedoch gar nicht gebraucht. Es war kurzweilig, spannend und schön. 


  In Lübeck angekommen dämmerte es schon und die Stadt war verzaubernd schön mit Lichtern geschmückt. Und ebenso schön wie die Stadt, war dann auch der Weihnachtsmarkt.  
 
Das war ein glücksättigender Ausflug.

Freitag, 16. Dezember 2011

Wunschzettel

Kaum bei Marie gesehen, schon habe ich es nachgemacht. Ganz viele schöne Wunschzettel an den Weihnachtsmann gemalt.
Mein Sohn überrascht mich immer wieder mit seinen Wünschen, auf die ich zum Teil nie gekommen wäre! (Nagut, die Rakete wünscht er sich schon seit mindestens zwei Jahren): Da er eine schön abstrakte Maltechnik hat, habe ich auf die Rückseite noch einmal an den Weihnachtsmann die Wünsche geschrieben: eine Plastikrakete, einen leuchtenden Weihnachtsstern, dass seine Freundin direkt neben uns wohnt, damit er sie öfter sehen kann und er möchte gaaaanz schnell gaaanz groß sein, damit er selbst Auto fahren kann, weil er dann seine Freundin chauffieren möchte.

  Nachdem mein Sohn den 3. fertig hatte, schaute er mich ganz erstaunt an und fragte: Mama, wünscht du dir gar nichts? also setzte ich mich an meinen eigenen Wunschzettel, auf den dann eine Insel (symbolisch für Familienurlaub) und eine Uhr (symbolisch für mehr Zeit haben) kamen.
Da wir sehr viele Wunschzettel produzierten, ging gleich noch was an Oma und Opa, damit die dem Weihnachtsmann helfen können.
Danach sind wir gemeinsam zur Post gegangen und haben die Briefe abgeschickt. Und kaum abgeschickt, schon aus dem Sinn. Der Lütte hat die Briefe nicht mehr erwähnt.


Zwei Wochen später kam dann ein Antwortbrief vom Weihnachtsmann. Ich fand es total toll, aber mein Sohn schien überhaupt nicht beeindruckt. Als wäre es das normalste der Welt. Im Brief waren wie auch bei Marie noch zusätzlich Postkarten dabei, über die mein Sohn sich dann doch freute.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Weihnachtsmarkt

So viele schöne Sachen haben wir uns für die Vorweihnachtszeit vorgenommen. Bisher wurde es leider mit der Fackelwanderung im Erlebniswald nichts, obwohl das mein heimlicher Favorit war und ich mich darauf ganz besonders freute. Auch ein Lebkuchenhaus haben wir noch nicht gebastelt. Denn mir war noch das Fiasko des letzten Jahres deutlich vor Augen. Damals habe ich die Zuckergussmischung einfach nicht richtig hinbekommen, entweder er war zu flüssig um zu kleben, oder er war zu fest zum verstreichen. Auch die Hauswände sind immer wieder zerbrochen - würde ich es nicht besser wissen, hätte ich geglaubt "made in china" ;-)

 
Dafür waren wir jedoch bereits drei mal auf dem Weihnachtsmarkt. Das erste Mal war es an einem nebeligen Sonntag. Die Welt verbarg sich hinter Schleiern und machte die Stimmung wunderbar still und geheimnisvoll. Wir fuhren auf einen Gutshof, wo ich den wundervollsten Weihnachtsmarkt seit Jahren fand! Der Parkplatz war bereits überfüllt mit Autos, so dass ich im Geiste meine Ellenbogen spitzte und tief Luft holte. Doch die Fläche war einfach zu gut aufgeteilt und zu groß, um drängeln zu müssen. Nicht nur im Hof waren hübsche kleine Stände aufgebaut, sondern auch in verschiedenen Stallgebäuden konnte man gemütlich schlendern. Wir fühlten uns so wohl, dass wir beschlossen, am nächsten Wochenende wieder dort hin zu fahren. Dann sollte nämlich zusätzlich noch ein Mittelaltermarkt aufgebaut werden. Außerdem hatten wir vor uns mit Kartoffeln, Kohl und sonstigem Gemüse einzudecken und zu diesem Zwecke beim zweiten Besuch extra einen großen Rucksack dabei.


Da wir ja nun bereits im Vorfeld auf Einkauf eingestellt waren, landete in unserem Rucksack und Tütchen: Kartoffeln, Weißkohl, Äpfel, Zauberbeerentee, Morgentautee, Gewürze: Chili, Liebstöckel, Maulbeeren, Gojibeeren, Käse, Schinken.  Alles nicht unbedingt typisch für einen Weihnachtsmarktbesuch, aaaber auf alle Fälle megalecker! Zum Abschluss bekamen wir dann noch eine Feuershow zum staunen um dann glückselig zu unserem Auto zu wandern.
Der dritte Weihnachtsmarktbesuch konnte mit dem Gutshof nicht ganz mit halten. Das war der obligatorische Kieler Weihnachtsmarkt. Es waren eben die immer gleichen Büdchen mit den immer gleichen Waren. Unser Sohn drehte eine Runde auf dem Kinderkarussel und nach nicht ganz einer Stunde waren wir alle drängel- und schubsgesättigt.


Für das nächste Wochenende haben wir den Lübecker Weihnachtsmarkt auf dem Plan. Dort war ich bereits im letzten Jahr ganz kurz im Zuge der Firmenweihnachtsfeier (mit mittelalterlichen Fackelführung durch die Hinterhofgassen von Lübeck - informativ und schön!). Wenn meine Erinnerung nicht täuscht, dann kann auch Lübeck mit dem gemütlichen Gutshofweihnachtsmarkt nicht mit halten, aber ich freu mich trotzdem auf den Ausflug.

Dienstag, 15. November 2011

Gedanken

Wenn ich meinem Sohn beim rumalbern beobachte, wie er ausgelassen tobt und lacht und vor Aufregung ganz rote Bäckchen hat, dann habe ich inneren Frieden.
Wenn mein Sohn mir widerspricht und mich eines Besseren belehrt, dann bin ich nicht ärgerlich, sondern stolz. Stolz darauf, dass er gern frei seine Meinung äußert und genug Selbstbewusstsein hat, dabei standhaft zu bleiben. Ich freue mich, dass er keine Angst haben  muss, vor den Folgen eines Widerspruches gegen seine Mutter.


Wenn jemand versucht ihn zu Körperkontakt zu zwingen, dann bin ich erleichtert darüber, dass er den Unterschied zwischen „mein Körper“ und „dein Körper“ kennt und in der Lage ist sich abzugrenzen und seinen Intimstbeireich zur erwehren und zu schützen, denn niemand hat Rechte am Körper eines Anderen.

 
Wenn ich höre, welch lustige Quatschwörter er erfindet, oder auf Welche Art er sich die Zusammenhänge des Alltags erklärt, dann belehre ich ihn nicht eines Besseren, sondern freue mich, dass er selbst denkend und staunend eine Welt voller Wunder entdeckt.
Wenn ich bemerke, wie selbstverständlich mein Sohn „bitte“ und „danke“ in seinem Wortschatz pflegt, dann freue ich mich, dass er dies nicht durch Zwänge, Einforderungen oder Belehrungen erlernt hat. Sondern aus freiem Willen.
Wenn mein Sohn weint, dann bin ich ebenso tief berührt. Ich tröste ihn und bin gleichzeitig zufrieden damit, dass er seine Gefühle wahrnimmt und deutlich zeigt.


Eine Kinderseele sollte ohne in seiner Freiheit und Möglichkeit beschnitten zu werden, fliegen können, durch Phantasiewelten, Traumschlösser, Zauberstaub und eine bestaunenswerte Welt entdecken dürfen. Die Liste der Dinge, die Narben verursachen ist zu lang; Liebesentzug, Ermahnungen, Zurechtweisungen, Zwänge, Erpressungen, Strafen.

Ich bin glücklich, dass er genauso ist wie er ist, frei, selbstbewusst, vertrauensvoll, wild und voller Möglichkeiten. Ich brauche kein gehorsames gebrochenes Äffchen zum vorführen. Er ist nicht ändernswert, sondern einfach nur über alle Maßen liebenswert.


Dienstag, 1. November 2011

Halloween


Um Halloween mal so richtig genussvoll zu feiern, gingen wir mit Freunden, in den vom städtischen Kinderzirkus veranstalteten Halloweenzirkus. Von Richard Laymon gibt es ein Buch "die Show" in dem es um einen Halloweenzirkus geht, und das war schon ziemlich gruselig. Daran dachte ich immer wieder und hoffte, dass es auch nicht zu gruselig wird für unseren vierjährigen, dessen Vampirgebiss ich im Schrank verstecken musste, weil es in so sehr ängstigte.

Im Dienste der Organisation tauschten wir viele SMS um dann tatsächlich Pünktlich, bereits eine halbe Stunde vor Einlass dort umherzustromern. Dummerweise waren wir absolut närrisch und unbedacht und bildeten daher nicht etwa eine Reihe, sondern spielten Tischtennis mit Händen und Flummi. Als endlich die Türen geöffnet wurden, erkannten wir mit Schrecken: hinten anstellen! Daher konnten wir auch nicht nebeneinander sitzen, sondern verteilten uns dann auf verschiedene Sitzreihen. All die komplizierte Organisation - absolut überflüssig!

 
Es gab jede Menge Schwarzlicht, was selbstverständlich von den Kindern super angenommen wurde. Alle alberten mit gelben oder (falls ordentlich geputzt) weißen Zähnen herum und kicherten. Die Musik, die von Beginn an lief, war schon einmal ganz nach meinem Geschmack: ganz viel gothik - rock und ähnliches.
Laaange wurden wir auf die Folter gespannt, immer wieder gab es neuen Nebel auf der Bühne, bis es endlich losging. Es gab süße kleine balanzierende Marienkäferchen, die leider immer wieder herunterplumpsten. Tolle Tuchwedler - die Tücher waren fluorezierend und dank des Schwarzlichtes sah das wirklich sehr schön aus. Wir sahen seiltanzende Mädchen, die leider nicht ganz so schwerelos dahinschwebten, sondern immer wieder vom Seil rutschten und mit lautem krachen in den 50 cm tiefen Abgrund plumpsten. Es gab einen Zauberer, der einen Tisch schweben ließ - jedoch blieb unser Sohn davon völlig unbeeindruckt und meinte nur, das wäre irgendwo festgeklebt und ist ja gar kein zaubern. Wir durften zusehen, wie eine Gruppe Mädchen vorwärts, rückwärts und auf einem Bein Seil hüpfte, und auch mit Keulen wurde jongliert. Unser Lütter sagte dann zwischen zwei Shows:"na hoffentlich kriegen die das jetzt endlich mal hin!" . Nach einer kurzen Pause gab es dann Trampolin-Artistinnen, diese hatten weiße eng anliegende Kleidung an, die leider nicht für jede Schmeichelhaft war. in der Dunkelheit sah es dann dank des Speziallichtes sehr schön aus: als ob die Körper schwebten. Schöner wäre es gewesen, ein paar Saltos oder änliches zu sehen, als nur einfache kurze Hüpfer auf dem Trampolin. Die Bauchtänzerinnen wiederum waren sehr gut. Dann kam eine vierer Gruppe Tänzer, bei deren Auftritt ich leider nun wirklich einen Lachflash bekam. Keine Synchronität, kein Können. Ich wollte es wirklich nicht. Ich fand das echt gemein und respektlos. Trotzdem konnte ich mein Lachen kaum bremsen. Puh. Relativ schnell kam ich jedoch aus dem Lachen wieder heraus, als das Highlight begann. Nun wollten die Jongleure, die eben noch nicht einmal schafften ihre Ringe aufzufangen, mit brennenden Fackeln jonglieren! Ahaaaaa! Nun begann also der wirklich gruselige Teil! Ich muss zugeben das war wirklich spannend! Fasziniert starrten wir auf die Bühne und atmeten den beissenden Geruch der Gefahr. Nun hörte ich auch von meinem Schoßkind kein genörgel mehr, ob es jetzte endlich zu Ende ist. Unglaublich, aber die Kids haben es tatsächlich geschafft, ohne etwas fallen zu lassen oder abzufackeln!
Nach dem Finale verließen wir dann auch zügig den Zirkus und mein Sohn quängelte:"ich will jetzt aber auch mal Halloween feiern!"


Daher ließ ich ihn heute teilhaben an meinem Samhain - Ritual. Ich weiß gar nicht mehr wie das zustande kam, aber es ist inzwischen meine eigene kleine Tradition geworden. Wir schminkten den kleinen als Vampir, setzten uns an den Wohnzimmertisch, einen Behälter Wasser, eine feuerfeste Schale, Notizblätter und einen Stift. Dann schrieben wir auf kleine Zettelchen all die Sachen, die wir gern besser machen würden und verbrannten sie. Dass Feuer vernichtete symbolisch unsere Unfähigkeiten und gibt reinigende Kraft für eine positive Veränderung in uns. Zumindest möchte ich das gern glauben.

Montag, 24. Oktober 2011

beschämend

... ist es, so langsam voran zu kommen. Im Studium darf ich nun endlich ein neues Kapitel beginnen und hoffe dadurch mehr Elan zu erlangen.
Von der neuerlichsten Aufgabenliste habe ich noch nichts abhaken können. Weder  Logo erstellen, noch einen neuen Wochenplan organisieren. Im Büro ist derzeit sehr viel zu tun. Daher arbeite ich so lange wie nur möglich, spurte danach schnell zum Kindergarten, um dann am Versuch zu scheitern, Haushalt und Kind zeitgleich zufrieden zu stellen. 



Daher beschloss ich, mich nicht mehr von Stress und Aufgabenfülle überrollen zu lassen. Denn am Meisten leidet mein Sohn darunter, dass er keine klare Ansage bekommt. Solche Momente der Selbstdisziplinierung brauche ich von Zeit zu Zeit, um mich selbst nicht zu verlieren im Strudel des Druckes den ich mir selbst mache. Daher  mussten nun die Hausregeln neu formuliert und visualisiert werden, damit wir uns hier alle an die herrschenden Regeln halten. Dabei habe ich hauptsächlich Dinge aufgegriffen, bei denen der Lütte einem gern mal auf der Nase rumtanzt und unser eins dies leider zu oft durchgehen lässt, um schneller vorwärts zu kommen. Damit Sohnemann auch was mit dem Plan anfangen kann, habe ich neben jede Regel ein Piktogramm gezeichnet. Er hat es sehr gut angenommen und erinnert uns nun jeden Abend an die Brummzeit. Das schöne für ihn: er darf uns selbstverständlich auch an die Regeln erinnern, wenn wir dagegen verstoßen.


Ganz passend zum nahenden Halloween mag er im moment alles was mit Hexen und Magie zu tun hat. Er wünschte sich soooo sehr ein eigenes Hexenbuch, also setzten wir uns ran und bastelten eins. Den Buchdeckel haben wir schön mit diesen Leuchtsternen Aufklebern verziert, so dass es ganz magisch auch im Dunkeln leuchtet! Leider sind wir ja  kleine Kindsköpfe, daher glaubt der Lütte er könne mit Gedanken und Fingerzeig, unsere Autotür öffnen und wir könnten nicht mehr sprechen, wenn er "clementzia Klabusta" sagt. 


Als nächstes werde ich meinen Wochenplan überarbeiten. 
 Mal schauen, was sich optimieren läßt.

Ach ja: unten im Hausflur wartet ja noch ein Baumstamm auf mich! Den habe ich quer über den Hinterhof gerollt und vor dem Verfeuern (oder schlimmerem) gerettet. Wenn er einigermaßen durchgetrocknet ist, werde ich meinen Mann mit großen, zwinkernden Kulleraugen bitten, ihn nach oben zu schleppen. Dort wird er dann mit Pestiziden und Lacken bearbeitet, ein hübsches Kissen genäht, und schon habe ich meinen Hocker für den Korridor, passend zu unserer Garderobe.


Montag, 10. Oktober 2011

Oktoberfest


Oktoberfest Adé
Nun würde ich gerne vom Oktoberfest berichten, Tipps geben, Verhaltenskodex  aufstellen und was einem so zu dem Thema einfällt, zum Besten geben.  Leider war ich jedoch nicht dort. Mein Mann hat sich dafür den Spaß gegönnt. Vieles hat er erzählt.
 Die wichtigsten Dinge, die bei mir hängen geblieben sind: während des Oktoberfestes kommt man in München am besten mit einer Rikscha vorwärts! Tatsächlich sind die Straßen dort sooo vollgestopft, dass Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel keine Chance haben in einer angemessenen Geschwindigkeit voran zu kommen. Die Rikscha-Fahrer sind zudem dermaßen mit stählernen Waden bepackt, dass sie auch locker 2 Elefanten bugsieren könnten.
Und die zweite Sache: das Oktoberfest ist Kapitalismus pur! Doch obwohl es ein jeder weiß, scheint man dennoch vom detailgenau durchorganisierten Trinkgeschäft überwältigt. Nach meiner Informationsquelle ist der Service dort zwar nicht zu übertreffen, was jedoch nur am EURO – Wahn liegt. Kellner kaufen am Tresen ihre Tabletts voll und laufen dann von Tisch zu Tisch, um diese möglichst schnell und mit Aufschlag an den Mann zu bringen. Braucht ein Gast (oder auch Goldesel) zu lange für ein Maß wird er bedrängt schneller zu trinken, damit er sogleich das nächste bestellt. Versäumt er die Nachbestellung, so muss er den heiß begehrten (und wahrscheinlich hart er standen und erkämpften) Platz im Bierzelt verlassen und findet sich flugs draußen wieder, wo wiederum kein Bier verkauft wird.

Direkt im Anschluss an das Fest, ist nun auch der goldene Oktober da. Endlich durften wir ein wenig die Nase in die Sonne halten und können das bunte Herbstlaub beobachten, wie es in Kreisen davon weht. Wir freuen uns ausnahmsweise auch toll über die vielen Spinnen, denn: die fressen die ollen Mücken weg!
Mein Mann ist Mücken nicht so gewohnt, denn hier oben im Norden gibt es normalerweise nicht sehr viele und auch nur in den typischen See-Wald-Sumpfgebieten. Doch die breiten sich ja seit geraumer Zeit, dank des starken Regens,  explosionsartig aus! Er wurde beim ersten intensiven Mückenkontakt  fast hysterisch. Sein Riesenbeulenmückensticht war immer wieder Gesprächsthema. Sie Beule war tatsächlich riesig, uns somit erörterten wir immer wieder aufs Neue, ob ein Arzt oder  ein Besuch in der Notaufnahme erforderlich sind.  Ich die kleine Kräuterhexe,  zermatschte ein Salbeiblatt und legte es auf seine Wunde. Auf diese Weise war nicht nur die Schwellung schnell kleiner, sondern wir konnten auch endlich über anderes reden.  Inzwischen ist er die Mückenplage gewohnt und untersucht seine Mückenstiche nur noch alle 3 Minuten ohne weiter darüber zu sinnieren. Bin sehr stolz auf meinen nun Mückenfesten Mann! Gemeinsam zählen wir nun fast täglich die schön Mückenfetten Spinnen auf dem Balkon.

Sonntag, 18. September 2011

Sonntags halb zwei bei uns zu Hause

So, nun ist er weg, unser Frühstücksbesuch. Es ist schön, jemanden nach soooo langer Zeit wieder zu sehen, und dennoch ist es als hätte sich die Zeit nicht weiterbewegt. Keine unangenehmen Gesprächspausen, keine Barrieren, weil man einfach in unterschiedlichen Bereichen lebt. Schön. Nun ist er leider wieder fort. Sohnemann spielt mit Papa und ich nutze die Zeit ein wenig für meine Notizen. 


Eigentlich sollte ich jetzt nach oben gehen und lernen ...  Diese Woche musste ich bereits einen Lerntag streichen, da der Lütte krank war. Doch schon gestern habe ich bemerkt, wie zäh es läuft, wenn man erstens mental nicht so ganz auf der Höhe ist, zweitens keine Eigenmotivation hat und drittens arge Konzentrationsprobleme hat. Daher habe ich für heute beschlossen, nicht zu lernen. Nicht optimal für die Zeitplanung und ein noch schlechteres Vorbild in Sachen Ehrgeiz und Disziplin.
Die vergangene Woche habe ich als sehr anstrengend empfunden. Aber so ist das nun mal: mal geht einem alles leicht von der Hand, und mal kostet jede Bewegung sehr viel Kraft. 


Dafür gab es Freitag etwas sehr schönes: der Lütte kann Fahrrad fahren!
Mir ist durchaus bewusst dass das in seinem Alter wohl etwas normales ist, aaaaber auf Grund seiner „Wahrnehmungsstörung“ hatte er grobmotorisch oft Probleme. Daher bin ich umso stolzer! Bislang wollte er sich nie auch nur aufs Fahrrad setzen. Ich bot ihm immer wieder an, ich könne ihn einfach nur schieben und er sitzt drauf, damit er weiß wie es sich fühlt. Aber nix. Ich dachte schon dass er das nie freiwillig ausprobieren wird! Aber Freitag dann doch. Wir gingen auf den Hinterhof, wo bereits zwei Schulkinder Rad fuhren. Und wie immer fragte ich automatisch: soll ich deins auch holen? Er Bejahte. Ich wunderte mich ein wenig, als er ebenfalls zustimmte, dass ich ihn schieben soll, glaubte aber, dass er ganz schnell wieder runter wollen würde. (komischer Satz) Also schob ich ihn ein Stück und er rief: “Mama, loslassen!“ und er fuhr! Ganz ohne Hilfe! Selbst bremsen konnte er auf Anhieb! Er startete auch zwei Mal allein und alles lief ganz fantastisch! Bis er begann darüber nachzudenken, wie man eigentlich losfährt und ab da klappte der Start nicht mehr. Er wurde furchtbar wütend auf sich selbst und meinte jetzt kann er doch nicht Fahrrad fahren. War eben einfach alles ein bisschen viel für ihn. Ganz gesund ist er ja bis heute noch nicht. Mensch hat mich das viel Geduld gekostet, ruhig auf ihn einzureden und mich immer wieder anschreien zu lassen. Er wollte weder Hilfe beim Start, noch es erneut versuchen, noch nach Hause zum Abendessen. Als er sich beruhigte fuhr er noch eine Runde und dann gingen wir stolz nach Hause!


Dienstag, 6. September 2011

schön


... war der Geburtstag meines Mannes! Meine Schwester war mit ihrer schon soooo großen, zuckersüßen Tochter und Mann zu Besuch. Wir hatten ohne herausragende Erlebnisse, einfach nur eine schöne gemeinsame Zeit. Mein Mann hat sich letztendlich für eine einzige Feier am Sonntag entschieden, was weniger Stress bedeutete. Aaaaber wo kein Stress ist, da macht man sich einfach welchen! Daher begonnen wir ein paar Tage vorher, unseren Flur zu renovieren. Nichts außergewöhnliches, nur ein neuer weißer Anstrich und die Garderobe musste abgebaut werden. Sonntag Morgen frühstückten wir noch gemeinsam mit unserem Wochenend-Besuch, danach werkelten wir an unserer neuen Garderobe.

 
Nach deren Fertigstellung scheuchte ich Mann und Kind in die Schwimmhalle um mich dann in Ruhe (oder auch Hektik) den Aufräumarbeiten zu widmen. Gerade den Tisch fertig gedeckt und den Kaffee bereit gestellt, kamen auch schon die ersten Gäste. Nun konnte ich zum Ersten mal unsere prächtige Esstafel präsentieren! Schön sah sie aus! Ganz feierlich und schick! Bis einer der Gäste auf die Holzwürmer aufmerksam machte. Ich guckte groß. Dann meinte ich, das wäre nur eingekerbt und abgeschabt vom ausziehen der Tischplatten.... Es ärgerte mich. Und dann allmählich akzeptierte ich unser neues Projekt: Holzwurmjagdt!